Monats-betrachtungen 2023


Februar 2023
Infos vom 1. Vorsitzenden

Alexander Geis

Was kann man denn in einem doch meist kalten Februar an den Bienen tun? Meist nichts. Oder man befolgt den Rat des Arztes und bewegt sich z.B. in einem sonntäglichen Spaziergang zu den Bienenkästen. Wir bewegen uns eh zu wenig und essen zu viel.

Liegen die Deckel noch drauf und wie sehen sie aus? Manchmal weht der Wind einen vom Kasten. Oder schlimmer, irgendein Zeitgenosse hat sie in die Büsche geworfen. Bei einem Kontrollgang lag einst sehr viel Schnee auf den Kästen und alles schien in Ordnung. Als Tauwetter einsetze sah ich allerdings dass jemand mit einem Pickel die Blechdeckel vor dem Schneefall perforiert hatte. Das Tauwasser lief in die Beute und über die Bienen und die waren dann tot. Einmal hat ein …sack die Kästen eines ganzen Standes mit kräftigen Fußtritten umgetreten. In dem Fall kann man die Kästen einfach wieder aufstellen. Meist sind die Waben so zusammengeklebt und verkeilt dass sie dabei nicht aus der Kiste fallen. Regen oder Schnee tut den Bienen ein paar Tage lang nichts da sie sich in der Traube eng zusammenziehen können.

Hat ein Specht ein Loch reingepickt? Dann mit Schaumstoff verschließen und hoffen dass der Hackepeter sich verzogen hat.

Wie sehen die Fluglöcher aus? Sind sie bei starkem Schneefall wie am 21 und 22 Januar zugeschneit? Mit einem Gitterboden ist die Luftzufuhr kein Problem. Bei geschlossenem Boden und vereistem Flugloch kommt Luftmangel auf. Bei stark verkleinertem oder einem Fluglochkeil kommt es vor dass sterbende Bienen bei schlechtem Wetter vor das Flugloch fallen und den Ausgang verstopfen. Es genügen einige wenige Bienen. Das Volk kann verbrausen. Mit einem Mäusedraht kommt das nicht  vor da die Bienen um die Toten herumlaufen können wenn sie raus wollten.

Wenn wir schon beim Fluglochgitter sind. Sitzt es noch korrekt? Oder hat sich eventuell schon eine Mäusefamilie einquartiert? Dann den Kasten hochheben, ein paarmal dranklopfen und hoffen dass alle Mäuse das Weite suchten. Und wenn wir schon beim Kasten heben sind, wie schwer ist er? Könnte es sein dass durch die lange Brutsaison im Herbst schon viel Futter verbraucht ist?  Wenn der Kasten leicht vorkommt ist es sinnvoll auch im Februar mit einer Taschenlampe in die Gassen reinzusehen ob noch verdeckeltes Futter vorhanden ist. Abhilfe schafft bei Mangel eine Futterwabe oder eine flache Schale mit flüssigem Futter von unten. Der große Futterverbrauch mit 1 kg pro Woche startet meist erst im März. Es ist dieses Jahr anzunehmen, dass dann bei vielen Völkern Futtermangel auftritt und dann Völker verhungern werden. Holzauge sei wachsam!!

Gibt es auch bei schlechtem Wetter oder sogar bei geschlossener Schneedecke abfliegende Bienen? Kranke Bienen fliegen zum Sterben ab. Meist sind es Bienen die bereits im Herbst durch Varroa und Vieren so geschädigt sind dass sie keine voll entwickelten gesunde langlebige Winterbienen wurden. Durch eine herbstliche Behandlung ist zwar die Varroa eliminiert, die Viren und die kranken Bienen bleiben aber. Diese Völker schrumpfen stark wenn sie nicht doch noch durch einen Kälteeinbruch sterben. Es sollte über das Volksmanagement reflektiert werden.

Zu kleine oder die durch Varroaschaden übermäßig schrumpfenden Völker sind auch die Kandidaten für „Futterabriss“. Sie sind in Brut gegangen, es kommt ein länger anhaltender Kälteeinbruch, das um die Brut herum gelagerte Futter wird verbraucht und das Futter das nur wenige cm entfernt ist kann nicht geholt werden weil die Traube dazu zu klein ist und weil die Bienen die Brut wärmen wollen. Das Volk verhungert. Generell werden dann zuerst die Eier wieder aufgefressen, wenn das nicht genügt die jüngste Brut um damit die älter zu füttern und danach wird die gedeckelte Brut rausgerissen um sich zu retten. Überlebende Bienen versuchen dann später eventuell noch mal an einer anderen Stelle der Wabe noch mal ein Brutnest beim Futter einzurichten. Das kann man manchmal sehen. Nur, was wird aus diesen durch Varroose geschädigte und Brutaufzucht geschwächte Völkchen?

Seit dem 21. Dezember waren viele Bienenvölker wieder in Brut. Sie halten sich an einer inneren Bienenuhr. Seit gut 1,5 Wochen und auch in den nächsten Wochen war es kühl oder es wird kühl bleiben. Pollen können nicht gesammelt werden und eingelagerter Pollen wird verbraucht. Ich nehme an die Bienen reduzieren die Brut wieder. Die Population werde ich erst wieder schätzen wenn mir das Wetter angenehmer ist.

Den Futterverbrauch könnt ihr am Waagvolk einsehen. Der Ausreiser am 21/22 Jan kommt vom Schnee auf dem Deckel. https://www.dlr.rlp.de/Internet/Bienenkunde/BiWa.nsf/web_stationen/6C9C70C2C5BA3DEFC125830400359ADD

Was gibt es sonst noch? Reparieren, MW einlöten, und insbesondere einkaufen was nötig ist. Jetzt haben die Händler noch Zeit. Wenn die ersten Schwärme im Baum hängen wird es eng.

Lg und bleibt munter
Alexander Geis
Telefon 015117679099

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