Pressemitteilung

Der Imkerverein Simmern feiert 150 Jahre seines Bestehens am Samstag 9. Juli 2022

Zu dem Jubiläum kommt Dr. Pia Aumeier. Sie hält einen Vortrag mit dem Themenkomplex Betriebsweisen zur Minimierung von Krankheiten und Verlusten bei Bienenvölkern, also, was kann ich im Sommer tun damit die Bienen den „Winter überleben? Anbschließend geht es  Live am Bienenstand weiter.
Vormittags im Gemeindehaus 1000 Uhr bis 1230 Uhr Adresse: Hauptstraße 14  55469 Klosterkumbd.
Nachmittags 250 m vom Gemeindehaus entfernt Live am Bienenstand  im Laubacher Weg 11 von 1300 Uhr bis 1600 Uhr.

Ihr seid herzlich eingeladen, wegen der Bestuhlung etc. ist es dringend erforderlich sich unter info@imkerei-geis.de anzumelden.

Ich hoffe das Wetter spielt am Bienenstand mit und Corona ist uns gnädig.

Kurze Geschichte des Imkervereins Simmern

Der Bienenzuchtverein in Simmern wurde vom neu bestellten Direktor Sarres der landwirtschaftlichen Schule in Simmern im Oktober 1872 ins Leben gerufen. Zur ersten Versammlung am 10. November 1872 wurden ausdrücklich um zahlreiches Erscheinen von Damen gebeten. Auf weiteren Versammlungen berieten die Mitglieder über die Anschaffung von Bienenwohnungen, Büchern, Zeitschriften, Geräten und einer „Strohpressmaschine“ zur Herstellung von Bienenkörben. Mit ihr wurden innerhalb eines Jahres 100 neue Bienenstöcke angefertigt. An den Bienenständen demonstrierte  man „Operationen“ wie Imker mit den Völkern zielgerichtet arbeiteten.

Der Verein regte an einen „Lernkursus für Bienenzucht“ an der landwirtschaftlichen Schule einzurichten. In den Jahren 1874, 1875 und 1879 wurde er als Multiplikatorenschulung angeboten. Teilnehmer kamen aus dem Umfeld, Bad Kreuznach, der Ahr und bis aus Hessen. Die Prüfungskommission bestand damals zum größten Teil aus dem Vorstand des Bienenzuchtvereins Simmern. Die theoretischen und praktischen Fragen und die Teilnehmer wurden ganzseitig auf der ersten Seite der Hunsrücker Zeitung veröffentlicht.

Der Verein und Mitglieder nahmen über die Jahrzehnte an zahlreichen Ausstellungen teil und konnten Preisen nach Hause nehmen. Der Vorsitzende O. Götz wurde auch als Preisrichter berufen.

In 1896 trafen sich Vereinsvorsitzende (für Simmern war das Lehrer Peter Ries aus Neuerkirch) des Kreises und aus der  Umgebung im voll besetzten Gasthof Maul in Kastellaun mit einem Bevollmächtigten des Bienen- und Seidenraupenzuchtvereins der Rheinprovinz von Preußen um über den Anschluß der Vereine an den Landesverband zu sprechen. Simmern trat  mit 44 Mitgliedern als neuer Zweigverein bei.

Im Laufe der Jahre veröffentliche der  Verein immer wieder Artikel die auch in anderen Zeitschriften zu lesen waren. Am 16. Juni 1903 wurde das auf einer Versammlung kommentiert „unangenehm berührte es die Mitglieder, dass fremde Zeitungen die Anzeigen des Vereins nachdrucken“ Wo und was veröffentlicht wurde wäre interessant herauszufinden.

In 1938 wurden offenbar „von oben“ Standbegehungen angeordnet, durchgeführt und ein Bericht für jeden Imkernden mit Benotungen verfasst. Gegenstand waren der Bienenstand, die Bienenwohnung, der Volksbefund, die Bienenpflege, das Zuchtwesen, Art der Gewinnung von Honig und Wachs, Zustand der Geräte, der Imker selbst und weitere Bemerkungen und schließlich fehlen selbstverständlich nicht die Unterschriften. Ich glaube nicht dass eine derartige Aktion heute noch durchgeführt werden könnte. Scheinbar haben damals auch nicht alle Mittglieder teilgenommen.

In 2022 hat der Verein 77 Mitglieder, führt seit 30 Jahren einen regelmäßigen monatlichen Stammtisch (wenn Corona nicht dazwischenfunkt), einen regelmäßigen Infobrief, seit über 10 Jahren jeden Mittwoch ein offenes Imkertreffen um 17.00 am Stand bei dem die heute notwendigen „Operationen“ am Bienenvolk im Jahresverlauf gezeigt werden, jährlich eine Schulung für Anfänger in der Imkerei, eine Bienen AG in der Hunsrückschule, Sammelbestellungen für z.B. Futter und weitere Aktivitäten. Die Homepage des Vereins ist Imkerverein-Simmern.de

Wir orientieren uns am BIV Projekt,  der Betriebsweise und der fundierten Medienfülle von Dr. Pia Aumeier.

Die Unterlagen vor dem Krieg sind verschollen. Die Historie des Vereins musste zeitaufwendig Blatt für Blatt  durchgelesen aus der Hunsrücker Zeitung im Kreisarchiv recherchiert werden. Andere Quellen sind die Rheinische Biene aus Universitätsbibliotheken ab 1896 oder aus dem Vereinsblatt des Rheinisch-Westfälischem Vereines für Bienen- und Seidenzucht ab 1850 und der Leibnitz Bibliothek. Es gibt noch viel zu lesen, Insbesondere die handgeschriebenen Texte in Courant. Vielleicht gibt es beim 155 oder 160 jährigen noch mehr zu berichten. Es ist eine mühsame aber sehr interessante Tätigkeit.

Alexander Geis
Vors. IV Simmern
Laubacher Weg 11
55469 Klosterkumbd

Telefon 06761 7129, Handy 015117679099

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